Du bist nicht mehr da,
wo du warst,
aber du bist überall,
wo wir sind.
Der Mensch wird nicht sterben,
so lange ein anderer sein Bild
im Herzen trägt.
03. September 2010
Liberadus Weninger wurde am 3. Juli 1926 in
Marienburg/Ukraine geboren. Seine Eltern
waren Lorenz und Cecilia Weninger, seine
beiden älteren Schwestern hießen Lydia und
Magdalena. Seine Kindheit und Jugend war von
viel Leid geprägt. Die Familie floh 1932 vor den
Kommunisten. Sein Vater starb 1938. Während
des Krieges wurde Liberadus von den Deutschen
eingezogen, im Januar 1945 wurde er
schwer verletzt und verlor sein linkes Bein. Nach
der Rückkehr in die Ukraine wurde er mit seiner
Mutter und seinen Schwestern nach Sibirien
verschleppt. Liberadus fand Arbeit als Schneider.
Mit seinem handwerklichen Geschick und seiner Leidenschaft für seinen Beruf
verdiente er nicht nur seinen Lebensunterhalt, sondern half im Laufe seines Lebens
auch vielen Menschen.
Am 8.9.1950 heiratete er Anna Pauls, die er bis zu seinem Tod innig liebte.
Seine Ehefrau stand ihm während der langen Krankheit zur Seite, sie war 24
Stunden täglich für ihn da und pflegte ihn mit Liebe und Geduld. Aus der Ehe
gingen die Söhne Juri, Viktor und Peter hervor. Liberadus hat sich liebevoll um seine
Kinder gekümmert, er war ein überaus fürsorglicher Vater und Großvater. 1980
reisten Liberadus und Anna nach Deutschland aus, 1981/82 kamen die Söhne mit
ihren Familien nach. Es folgten 15 wunderbare Jahre, in denen Liberadus jede
Gelegenheit ergriff, um für seine Kinder und Enkel da zu sein – bei Ausflügen,
Spielen, praktischer Hilfe und vielem mehr. Er genoss es, mit seiner Frau nach
Osnabrück und Kanada zu reisen. Liberadus besuchte auch stets die Gottesdienste
der Baptistengemeinde in Worms.
Ab 1997 verstärkte sich seine Parkinson-Erkrankung (Schüttellähmung).
Liberadus konnte sein Zuhause kaum mehr verlassen. Der Besuch seiner Familie
heiterte ihn auf. Er überraschte dann oft mit seinem Humor, seinem überragenden
Gedächtnis und gutem Gehör. Bis zuletzt war er diszipliniert. So musste täglich
einer seiner Söhne oder Enkel mit ihm Gymnastikübungen durchführen. Er ertrug
seine lange Leidenszeit mit Demut und Geduld. Am Morgen des 3. September 2010
hörte sein Herz auf zu schlagen. Die guten Spuren, die er hinterlassen hat, werden
noch lange sichtbar sein. Wir verlieren einen fürsorglichen und aufrichtigen
Menschen, der eine große Lücke in unserer Mitte hinterlässt. Er hat seine Familie
über alles geliebt und uns aufopferungsvoll mit seinem Leben gedient. Wir werden
ihn stets als Vorbild in Erinnerung behalten und danken Gott für alles Gute, das wir
durch meinen Ehemann, unsern Papa, Opa und Ur-Opa empfangen durften.
Anna Weninger mit Familien Juri & Lilli, Viktor & Lilli und Peter & Irina Weninger,
12 Enkeln und 10 Ur-Enkeln


10. September 2010 um 21:49
Geburt des 10ten Ur-Enkels am 09.09.2010